
Immer wenn es darauf ankommt, dann liefert der TSB Gmünd – und beweist damit, warum er zu den heißen Anwärtern auf die 3. Liga zählt. "Eine grandiose Leistung", hatte etwa den Sportlichen Leiter Jürgen Rilli euphorisiert: "Die Mannschaft kommt mit diesen spannenden Wochen ganz gut zurecht." Denn vor dem unerwartet deutlichen Heimerfolg über Mitkonkurrenten aus Weinsberg war die Ausgangslage eine ganz andere. Die vorherige 37:38-Niederlage bei der HSG Ostfildern saß tief. Doch für den Trainer Aaron Fröhlich war es dadurch sogar "emotional leicht" sich vorzubereiten: "Weil jeder wusste, dass wir etwas gut machen wollten. Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Die Abwehrleistung war der Schlüssel zum Erfolg."
Tatsächlich bot das Team seinen 600 Zuschauern eine beeindruckende Vorstellung, vermutlich sogar die kompletteste Leistung in dieser Saison. Zum neunten Mal in Folge erzielte der TSB über 30 Tore, Daniel Mühleisen war mit jeweils sieben Paraden in beiden Halbzeiten ein hervorragender Rückhalt und vor allem war die Abwehr von der ersten Sekunde an hellwach. Was auch nötig war gegen die jungen Weinsberger, die vorige Woche 48 Treffer gegen Plochingen erzielt hatten. Gleich in der ersten Aktion packten die TSB-Abwehrstrategen Patrick Watzl und Andreas Maier kräftig zu und feierten sich gegenseitig ab. In den ersten fünf Minuten kassierte der TSB keinen Gegentreffer und legte ein 2:0 vor, weil Mühleisen den Gästen gleich einmal zwei freie Würfe abkaufte.
Auch eine erste Unterzahlsituation überstanden die Gmünder schadlos, sie waren den Gegnern stets den entscheidenden Schritt voraus. Der starke Yannik Leichs erobert erst selbst mit vollem Körpereinsatz die Kugel zurück, wuchtete diese dann aus dem Rückraum zum 4:1 (8.) ins gegnerische Netz. Spielmacher Tom Abt fand auch unter Bedrängnis die richtige Lösung, legte mit einem Rückhandpass auf Linksaußen Niklas Burtsche das 5:2 (8.) auf. Keeper Mühleisen sorgte mit einem Distanzwurf dann für das erste Fünf Tore-Polster und zeigte seine stärkste Parade, als er nach einem Gmünder Ballverlust gerade rechtzeitig von der Bank zurück aufs Feld rannte und den Konter des verblüfften Mathis Paulsen parierte. Bitter nur, dass Maier aufgrund eines Gesichtstreffers seine zweite Zeitstrafe kassierte und damit schon nach einer Viertelstunde rotgefährdet war.
Was den TSB aber nicht daran hinderte, mit seiner starken Abwehr weiterhin das Spiel zu dominieren. Torjäger Burtsche blieb vorne eiskalt, sprintete zurück und unterband mit der ausgestreckten Hand einen Weinsberger Pass. Woraufhin sich der dauersprintende Linksaußen beim Stand von 13:6 (22.) entkräftet auswechseln ließ. Für ihn übernahm der A-Jugendliche Lenny Schwenk, der zweimal in Folge traf. Es hätten drei Tore sein können, doch der Versuch eines Lupfers über den Weinsberger Keeper war zu frech. Dennoch erspielte sich der TSB schon vor der Pause ein Zehn Tore-Polster – hochverdient angesichts dieser beeindruckenden Leistung. Mühleisen hatte bis zum 17:8 (30.) die Hälfte aller gegnerischen Würfe pariert und schnappte sich direkt nach Wiederanpfiff auch einen Strafwurf von TSV-Linksaußen Nils Eilers.
Weinsberg verkürzte zwar auf 20:12 (38.), doch der Gmünder Sieg sollte zu keiner Zeit in Gefahr geraten. Mit vier Rückraumspielern fand der TSB immer wieder die Lücken. Falls es spielerisch nicht klappte, packten Leichs oder Kai Schäffner einen überraschenden Schlagwurf aus. Nachdem der fehlerfreie Rechtsaußen Wolfgang Bächle auf 23:13 (42.) gestellt und die Weinsberger ihre dritte Auszeit genommen hatten, peitschte Burtsche die Tribüne noch zusätzlich an. "Über die Abwehr und die Emotionen haben wir das Spiel an uns gerissen", meinte Burtsche nach diesem Gala-Abend. Diesen krönte Mühleisen mit einer sensationellen Doppelparade, als er sowohl das Rückraumgeschoss von Jan Pröllochs als auch den Nachwurf von Eilers entschärfte. Der spät eingewechselte Zwillingsbruder Stephan Mühleisen holte mit seiner ersten Aktion am Kreis einen Strafwurf heraus, den Burtsche gewohnt sicher zum 29:17 (52.) verwandelte.
Bis zum Ende blieb der TSB am Drücker: Nach 14 Paraden räumte Daniel Mühleisen seinen Posten für Torwartkollege Tobias Klemm, der sich ebenfalls sofort mit einer Parade einfügte. Youngster Florian Abele fischte in der Abwehr den nächsten Ball heraus, was Burtsche im Gegenstoß mit seinem achten Treffer zum 32:21 (58.) veredelte. Da standen längst alle Zuschauer und zollten dem neuen Tabellenzweiten Applaus für den 34:21-Heimerfolg.
"Diese Leistung müssen wir fortführen", appelliert Trainer Fröhlich. "In der jetzigen Situation ist es so wichtig wie noch nie, dass wir von Spiel zu Spiel die richtige Einstellung finden und uns weiter verbessern." Gerade am kommenden Samstag (20 Uhr / Lixsporthalle) beim Schlusslicht TSV Blaustein ist ein Sieg Pflicht, um weiterhin vom Aufstieg träumen zu dürfen.
TSB Jets – TSV Weinsberg 34:21 (17:8)
TSB: Daniel Mühleisen (1.-54.Minute, 1 Tor), Tobias Klemm (54.-60.) – Niklas Burtsche (8/3), Yannik Leichs (7), Wolfgang Bächle (4), Kai Schäffner (4), Tom Abt (3), Stefan Scholz (3), Lenny Schwenk (3), Stephan Mühleisen (1), Andreas Maier, Florian Abele, Arian Pleißner, Patrick Watzl, Jonas Waldenmaier
TSV: Stefan Koppmeier (1.-20.Minute), Marc Krammer (20.-48.Minute), Nicolas Koch (48.-60.Minute) – Jan Pröllochs (5), Maximilian Zeisler (3), Mathis Paulsen (3), Nils Eilers (3/2), Tim Titzmann (2), Miko Schimoneck (1), Jonas May (1), Dean Köhler (1), Nicolas Ehrlich (1), Samuel Schmid (1), Philip Brodmann, Nils Pröllochs, Din Kandic
Siebenmeter: TSB 3/3 – TSV 3/2
Zeitstrafen: TSB 8 Minuten – TSV 4 Minuten
Schiedsrichter: David Keßler (TuS Helmlingen), Niclas Mild (TuS Altenheim)
Zuschauer: 600
(Text: Nico Schoch - Bilder: Frank Bieg)








































