Energie für die letzten Minuten: Taktgeber Kai Schäffner baut auf den Gmünder Heimvorteil

Gegen den noch punktlosen Tabellenvorletzten TV Erlangen-Bruck peilt der TSB Gmünd am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) seinen dritten Heimsieg an. Rückraumspieler Kai Schäffner hat seine Form gefunden und hofft auf den entscheidenden Schub von den Rängen.

Die hängenden Köpfe, sie waren nach der 27:32-Niederlage bei der HSG Konstanz schnell wieder aufgerichtet. Beim langjährigen Zweitligisten hatte der Aufsteiger TSB Gmünd über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt und erst in der Schlussphase dem hohen Tempo und der körperlichen Belastung Tribut gezollt. Für Rückraumspieler Kai Schäffner war es vielleicht sogar die bislang beste Vorstellung im Neuland 3. Liga. „Wir können da mit erhobenem Haupt rausgehen“, sagt der 24-Jährige. Die Stimmung sei anschließend „positiv-kritisch“ gewesen. „Wir haben viele kleine Dinge gesehen, die wir noch besser hätten machen können." Genau dort will der TSB nun ansetzen.
 

Beim Rückzug ist noch Luft nach oben

In seiner vierten Saison ist Schäffner ein unverzichtbarer Arbeiter in der Abwehr und treibt gemeinsam mit Spielmacher Tom Abt und Linkshänder Stefan Scholz das bewegliche Gmünder Angriffsspiel an. In Konstanz funktionierte vieles bereits sehr gut – gerade defensiv sieht der Geislinger aber noch Verbesserungspotenzial. „Wenn wir sie im stehenden Angriff hatten, haben wir es in der Regel ganz gut wegverteidigt“, sagt er. Probleme habe es vor allem beim Rückzug nach eigenen Angriffen gegeben. „Mit unseren Expertenwechseln war das nicht ganz so gut, vor allem im Zentrum. Da müssen wir etwas mehr reinschieben und nach außen abräumen, damit wir unseren Torhütern wenigstens parierbare Bälle geben.“
Denn gerade Daniel Mühleisen war erneut der wichtige Rückhalt, den die Jets so dringend brauchen. Trotzdem kippte die Begegnung in den letzten sieben Minuten zugunsten der Gastgeber. Für Schäffner war das auch eine Frage der Kraft – und des fehlenden Quäntchens Glück: "Wenn wir einen Pfiff für uns bekommen und selbst noch einmal in Führung gehen, dann hätte uns das noch einmal die nötige Extra-Energie gegeben." Gerade bei Schäffner und Abt, den beiden zentralen Taktgebern, waren die Akkus irgendwann leer. Fast ohne Verschnaufpause hatten sie das Gmünder Angriffsspiel vorangetrieben und gleichzeitig in der Abwehr Schwerstarbeit verrichtet. „Vom Gefühl her war es unser bestes Spiel bisher in dieser Liga gegen einen sehr guten, ambitionierten Gegner“, sagt Schäffner.
 

Schäffner hat den Knoten gelöst

Das gilt auch für den Rückraumspieler selbst. Nach einem durchwachsenen Saisonstart scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein. Bei der Heimniederlage gegen Regensburg hatte er einen rabenschwarzen Tag erwischt, wie er selbstkritisch einräumt, und musste eine Woche darauf gegen Albstadt zunächst lange auf der Bank Platz nehmen. Für Schäffner nur ein zusätzlicher Ansporn, sich wieder jene Form zu erarbeiten, mit der er in der Aufstiegssaison überragt hatte. Am Bodensee ließ er seine gewohnten Stärken wieder aufblitzen: „Ich muss einfach noch mehr die Aktionen in Richtung Tor suchen, meine Eins-gegen-Eins-Situationen mit dem richtigen Timing finden und gleichzeitig immer wurfgefährlich bleiben."
Genau das könnte am Samstag ein wichtiger Faktor werden. Denn der TV Erlangen-Bruck setzt häufig auf eine offensive Abwehr. Damit entstehen Räume für die Eins-gegen-Eins-Spezialisten des TSB – und Schäffner weiß, dass seine Mannschaft diese Möglichkeiten nutzen muss. „Dass wir Handball spielen können, das wissen wir. Der hohe Einsatz im Training wird von Woche zu Woche besser." Während die Gäste aus Franken nach vier Partien noch auf ihren ersten Punkt warten müssen, will sich der TSB mit einem dritten Heimsieg noch weiter von der Abstiegszone absetzen. Schäffner will sich davon allerdings nicht zusätzlich unter Druck setzen lassen. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Natürlich bereiten wir uns bestmöglich auf den Gegner vor und dann bin ich mir sicher, dass wir die zwei Punkte bei uns behalten."
 
Was angesichts des Programms danach besonders wichtig wäre: Im Oktober warten mit dem HC Oppenweiler/Backnang, Pforzheim/Eutingen, Würzburg und Heilbronn-Horkheim gleich mehrere Mannschaften aus der Spitzengruppe. Doch Schäffner denkt nicht über eine Punkte-Hochrechnung nach. „Wir schauen von Woche zu Woche und wollen alles geben. Aus den vergangenen Jahren und den ersten Saisonspielen wissen wir, dass wir jeden Gegner schlagen können – vor allem zuhause."
 

Zuschauerkrösus TSB Gmünd

Dort erlebt der TSB derzeit ohnehin eine neue Dimension. Mit durchschnittlich rund 800 Zuschauern führt der Aufsteiger die Zuschauertabelle der Südstaffel an. Die Große Sporthalle zu einer Festung zu machen, genau darauf bauen Taktgeber Schäffner und seine Mitspieler. "Du hast in dieer Liga überragende Kulissen mit Gänsehaut-Gefühl. Das ist nicht normal für uns Gmünder. Deshalb müssen wir alle Spiele genießen.“ Und ganz besonders die Heimspiele. „Es macht extrem viel Spaß, und dass so viele Leute regelmäßig kommen, ist für uns etwas Besonderes. Das pusht und motiviert einen, wenn man hoch auf die Tribüne schaut und alle Freunde und Bekannte sieht."
 
Eine Kulisse, die im Zweifel genau das liefern soll, was dem TSB zuletzt noch fehlte: Den entscheidenden Euphoriekick, wenn die Kräfte nachlassen.
Gegen den noch punktlosen Tabellenvorletzten TV Erlangen-Bruck peilt der TSB Gmünd am Samstag (20 Uhr / Große Sporthalle) seinen dritten Heimsieg an. Rückraumspieler Kai Schäffner hat seine Form gefunden und hofft auf den entscheidenden Schub von den Rängen.

Die hängenden Köpfe, sie waren nach der 27:32-Niederlage bei der HSG Konstanz schnell wieder aufgerichtet. Beim langjährigen Zweitligisten hatte der Aufsteiger TSB Gmünd über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt und erst in der Schlussphase dem hohen Tempo und der körperlichen Belastung Tribut gezollt. Für Rückraumspieler Kai Schäffner war es vielleicht sogar die bislang beste Vorstellung im Neuland 3. Liga. „Wir können da mit erhobenem Haupt rausgehen“, sagt der 24-Jährige. Die Stimmung sei anschließend „positiv-kritisch“ gewesen. „Wir haben viele kleine Dinge gesehen, die wir noch besser hätten machen können." Genau dort will der TSB nun ansetzen.
 

Beim Rückzug ist noch Luft nach oben

In seiner vierten Saison ist Schäffner ein unverzichtbarer Arbeiter in der Abwehr und treibt gemeinsam mit Spielmacher Tom Abt und Linkshänder Stefan Scholz das bewegliche Gmünder Angriffsspiel an. In Konstanz funktionierte vieles bereits sehr gut – gerade defensiv sieht der Geislinger aber noch Verbesserungspotenzial. „Wenn wir sie im stehenden Angriff hatten, haben wir es in der Regel ganz gut wegverteidigt“, sagt er. Probleme habe es vor allem beim Rückzug nach eigenen Angriffen gegeben. „Mit unseren Expertenwechseln war das nicht ganz so gut, vor allem im Zentrum. Da müssen wir etwas mehr reinschieben und nach außen abräumen, damit wir unseren Torhütern wenigstens parierbare Bälle geben.“
Denn gerade Daniel Mühleisen war erneut der wichtige Rückhalt, den die Jets so dringend brauchen. Trotzdem kippte die Begegnung in den letzten sieben Minuten zugunsten der Gastgeber. Für Schäffner war das auch eine Frage der Kraft – und des fehlenden Quäntchens Glück: "Wenn wir einen Pfiff für uns bekommen und selbst noch einmal in Führung gehen, dann hätte uns das noch einmal die nötige Extra-Energie gegeben." Gerade bei Schäffner und Abt, den beiden zentralen Taktgebern, waren die Akkus irgendwann leer. Fast ohne Verschnaufpause hatten sie das Gmünder Angriffsspiel vorangetrieben und gleichzeitig in der Abwehr Schwerstarbeit verrichtet. „Vom Gefühl her war es unser bestes Spiel bisher in dieser Liga gegen einen sehr guten, ambitionierten Gegner“, sagt Schäffner.
 

Schäffner hat den Knoten gelöst

Das gilt auch für den Rückraumspieler selbst. Nach einem durchwachsenen Saisonstart scheint bei ihm der Knoten geplatzt zu sein. Bei der Heimniederlage gegen Regensburg hatte er einen rabenschwarzen Tag erwischt, wie er selbstkritisch einräumt, und musste eine Woche darauf gegen Albstadt zunächst lange auf der Bank Platz nehmen. Für Schäffner nur ein zusätzlicher Ansporn, sich wieder jene Form zu erarbeiten, mit der er in der Aufstiegssaison überragt hatte. Am Bodensee ließ er seine gewohnten Stärken wieder aufblitzen: „Ich muss einfach noch mehr die Aktionen in Richtung Tor suchen, meine Eins-gegen-Eins-Situationen mit dem richtigen Timing finden und gleichzeitig immer wurfgefährlich bleiben."
Genau das könnte am Samstag ein wichtiger Faktor werden. Denn der TV Erlangen-Bruck setzt häufig auf eine offensive Abwehr. Damit entstehen Räume für die Eins-gegen-Eins-Spezialisten des TSB – und Schäffner weiß, dass seine Mannschaft diese Möglichkeiten nutzen muss. „Dass wir Handball spielen können, das wissen wir. Der hohe Einsatz im Training wird von Woche zu Woche besser." Während die Gäste aus Franken nach vier Partien noch auf ihren ersten Punkt warten müssen, will sich der TSB mit einem dritten Heimsieg noch weiter von der Abstiegszone absetzen. Schäffner will sich davon allerdings nicht zusätzlich unter Druck setzen lassen. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Natürlich bereiten wir uns bestmöglich auf den Gegner vor und dann bin ich mir sicher, dass wir die zwei Punkte bei uns behalten."
 
Was angesichts des Programms danach besonders wichtig wäre: Im Oktober warten mit dem HC Oppenweiler/Backnang, Pforzheim/Eutingen, Würzburg und Heilbronn-Horkheim gleich mehrere Mannschaften aus der Spitzengruppe. Doch Schäffner denkt nicht über eine Punkte-Hochrechnung nach. „Wir schauen von Woche zu Woche und wollen alles geben. Aus den vergangenen Jahren und den ersten Saisonspielen wissen wir, dass wir jeden Gegner schlagen können – vor allem zuhause."
 

Zuschauerkrösus TSB Gmünd

Dort erlebt der TSB derzeit ohnehin eine neue Dimension. Mit durchschnittlich rund 800 Zuschauern führt der Aufsteiger die Zuschauertabelle der Südstaffel an. Die Große Sporthalle zu einer Festung zu machen, genau darauf bauen Taktgeber Schäffner und seine Mitspieler. "Du hast in dieer Liga überragende Kulissen mit Gänsehaut-Gefühl. Das ist nicht normal für uns Gmünder. Deshalb müssen wir alle Spiele genießen.“ Und ganz besonders die Heimspiele. „Es macht extrem viel Spaß, und dass so viele Leute regelmäßig kommen, ist für uns etwas Besonderes. Das pusht und motiviert einen, wenn man hoch auf die Tribüne schaut und alle Freunde und Bekannte sieht."
 
Eine Kulisse, die im Zweifel genau das liefern soll, was dem TSB zuletzt noch fehlte: Den entscheidenden Euphoriekick, wenn die Kräfte nachlassen.

Rund ums TSB-Heimspiel am 03.10.2026

Trainerstimme: "Wir wachsen mit unseren Aufgaben", so zieht Aaron Fröhlich viel Positives aus den ersten Saisonwochen. Mit hohem Einsatz und taktischer Variabilität konnte der TSB allen Gegnern Probleme bereiten und liegt mit 4:6 Punkten auf dem gesicherten elften Tabellenplatz. Die Bedeutung der kommenden Partie will der Trainer deshalb gar nicht kleinreden: "Bei uns planen andere Mannschaften natürlich Punkte ein, weil die Aufsteiger in der Vergangenheit meist direkt wieder abgestiegen sind. Doch wenn wir unsere Top-Leistung abrufen, dann braucht Erlangen-Bruck einen sehr guten Tag, um uns zu schlagen."
 
Kader: Neben Yannik Leichs, der nach Syndesmosebandriss behutsam in die Trainingshalle zurückkehrt, fällt nun auch Kai Kiesel für mehrere Wochen auf. Der 1,99 Meter große Kreisläufer hat sich im Training das Kahnbein in der rechten Hand gebrochen.