Fehlstart ins neue Jahr: Neuer Spieler, aber keine Punkte für das TSB-Perspektivteam

Zweite deutliche Niederlage in Folge für das Perspektivteam des TSB Gmünd. Beim 20:31 (7:18) gegen den TV Obertürkheim hatte die junge Mannschaft vor heimischem Publikum keine Chance. Vier vergebene Strafwürfe innerhalb der ersten Viertelstunde kosteten früh das Selbstvertrauen.

Die 24:36-Schlappe beim Titelfavoriten VfL Waiblingen II mag noch eingeplant gewesen sein, zumal sich die Gmünder über weite Strecken ordentlich verkauft hatten. Deutlich schlechter war die Stimmungslage nach dem ersten Heimauftritt im Jahr 2026: Viel hatte sich der TSB II vorgenommen, wenig davon umgesetzt und die Partie schon nach der ersten Halbzeit verloren. „Wir müssen da einen Schalter finden“, klagte Trainer Patrick Schamberger, „jeder Einzelne muss mehr dagegen ankämpfen und das geht nur in der Abwehr.“
 
Denn von einem starken Tabellenvierten aus Obertürkheim war seine Mannschaft in der ersten Halbzeit nach allen Regeln der Kunst vorgeführt wurde. Was einem maximal unglücklichen Start ins Spiel geschuldet war. Nach achteinhalb Minuten trat mit Kai Jaros bereits der dritte Gmünder Siebenmeterschütze an – und scheiterte ebenfalls. Prompt lagen die Hausherren mit 1:6 (10.) zurück, obwohl Tormann Devin Immer ordentlich startete, aber immer häufiger von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde. Offensiv rieb sich besonders Felix Daubner in vielen Zweikämpfen frühzeitig auf. Der Lohn blieb aus, weil beim Stand von 2:10 (15.) der nächste Strafwurf von Can Oktay vergeben wurde.
Den Gästekeeper Florian Klar warfen die Gmünder förmlich warm. Mit der mangelhaften Chancenverwertung rauschte auch das eigene Selbstvertrauen in den Keller. Die offensive Abwehr verpuffte gegen überlegene Obertürkheimer vollkommen. Schon vor der Pause wuchs die Kluft über 5:14 (24.) auf 6:18 (30.) an. Für den TSB traf einzig Kai Jaros von der halblinken Rückraumposition zuverlässig. „Ansonsten ist unser Rückraum gar nicht richtig ins Spiel gekommen und kann wesentlich mehr“, stellte Schamberger ernüchtert fest: „Immerhin sind wir wesentlich besser aus der Kabine zurückgekommen. Damit können wir arbeiten.“
 
Sein Team bäumte sich noch einmal auf und verkürzte auf 11:19 (34.). Wirklich spannend wurde es allerdings nicht mehr, zu souverän präsentierten sich die vom früheren Alfdorfer Württembergliga-Coach Almir Mekic trainierten Gäste. Rasch war der zweistellige Abstand wieder hergestellt, weil besonders der starke TV-Spielmacher Philipp Wenger (9 Tore) die Lücken in der Gmünder Defensive ausnutzte. Für den TSB gab Neuzugang Dominik Gold, zuvor für die HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf II, sein Debüt. „Ein feiner Kerl und ein Motivator für die Mannschaft“, lobte sein Trainer: „Er wird von Spiel zu Spiel mehr Anteile bekommen.“
Gemeinsam ließen die Gmünder nichts unversucht und konnten zumindest die zweite Halbzeit mit 13 Toren auf beiden Seiten ausgeglichen gestalten. Was angesichts der 20:31-Niederlage nur nach Ergebniskosmetik aussah, lässt Schamberger auf einen Lerneffekt für die kommenden Wochen hoffen. Am Sonntag (17 Uhr) gastiert der TSB II zum brisanten Derby beim Tabellennachbarn SG Schorndorf, nach der Faschingspause reist am 21. Februar der Spitzenreiter TSV Schmiden II nach Gmünd.
 
Keine allzu rosige Aussichten, denn: Die Bezirksoberliga soll nach dieser Saison von 14 aus 12 Teams verkleinert werden. Bei bis zu fünf möglichen Absteigern ist der Tabellenachte TSB II mittendrin im Klassenkampf. Eine tückische Lage, da die vakanten Plätze nur einen Zähler entfernt liegen. „Wir haben in der Hinrunde 13 Pluspunkte geholt, das ist alles nicht tragisch“, betont Schamberger zwar. Doch er fordert nun auch eine klare Reaktion: „Die Jungs müssen sich im Training nun selbst wieder hochziehen und die schwierige Aufgabe annehmen.“
 
TSB II: Devin Immer, Dennis Slonek – Kai Jaros (8), Felix Daubner (6), Kai Kiesel (2), Jonas Stütz (1), Sebastian Wittek (1), Can Oktay (1), Noel Reibstein (1), Jonas Fischer, Paul Fritz, Ruben Hermann, Dominik Gold, Max Wollmann
(Text und Bilder: Nicolas Schoch)