Heimkehr in neuer Rolle: Matthias Czypull wird Co-Trainer des TSB Gmünd

Ein Ur-TSBler kehrt zurück. Auf der Trainerbank bekommt Aaron Fröhlich zur neuen Saison Unterstützung durch seinen langjährigen Mitspieler Matthias Czypull. Der 38-Jährige bringt erste Erfahrungen, große Verbundenheit und auch die für die Drittklassigkeit notwendige B-Lizenz mit nach Gmünd.

Zwei Jahrzehnte lang, genauer gesagt von Kindesbeinen an, trug "Matze" Czypull das TSB-Dress. Das Erbe, welches der seit diesem Freitag 38 Jahre junge Ex-Rückraumspieler in wenigen Wochen antreten wird, könnte kaum größer sein. Vorgänger Simon Fröhlich hatte in den vergangenen Jahren nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eine enorm wichtige Rolle im Trainerteam eingenommen. Dass dessen Fußstapfen groß sind, war dem neuen Co-Trainer sofort bewusst. „Ich habe ihm genau das geschrieben“, erzählt Czypull lachend über den ersten Austausch mit seinem Vorgänger. „Und er hat mir direkt geschrieben, dass er nur Schuhgröße 43 hat. Ich habe Größe 45. Abgesehen davon hat Simon hier Großes geleistet.“

Taktik, Vertrauen und gemeinsame Sprache

Eins zu eins ausfüllen will – und kann – er diese Rolle ohnehin nicht. „Ich werde es auf gar keinen Fall so machen können wie Simon. Zwillinge kennen sich persönlich ganz anders. Ich kenne Aaron als Mitspieler, das ist auch viel wert.“ Von 2012 bis 2015 stand er mit dem damaligen Spielmacher und jetzigen Cheftrainer gemeinsam auf dem Spielfeld. Die gemeinsame Vergangenheit spielt für Czypull eine entscheidende Rolle. Beide galten schon als Spieler als taktisch denkende Mittelmänner, die das Spiel verstehen und analysieren wollten. „Wir waren handballerisch sehr auf einer Wellenlänge.“ Ab dem Trainingsauftakt Mitte Juni beginnt nun die gemeinsame Arbeit in neuer Konstellation. Für Czypull eine Herausforderung – aber vor allem eine große Chance, da er die steile Entwicklung der vergangenen zwei Jahren als Fan hautnah erlebt hat. „Eine einmalige Chance“ sei es, künftig gemeinsam in der 3. Liga zu coachen: „Dies mit seinem Heimatverein zu machen, da gibt es nichts Besseres.“

Dabei schließt sich für ihn auch emotional ein Kreis. Die Integration dürfte ihm dabei leichtfallen. Mit altgedienten Spielern wie Wolfgang Bächle, Christian Waibel oder Jonas Waldenmaier stand er selbst noch gemeinsam auf dem Feld. Mit Waibel verbindet ihn sogar die komplette Jugendzeit – inzwischen fahren die beiden Familienväter sogar gemeinsam in den Urlaub. „Wenn du 20 Jahre immer in die gleiche Kabine gelaufen bist, finde ich den Weg“, sagt Czypull schmunzelnd. 2014 war er Teil jener Mannschaft, die den Verein erstmals in die Oberliga Baden-Württemberg führte. Zehn Spiele absolvierte er damals selbst in der vierthöchsten Spielklasse. Viele der heutigen Leistungsträger waren damals noch Kinder und jubelten den Aufstiegshelden von der Tribüne aus zu. Vor wenigen Wochen war es dann umgekehrt, als Czypull den Aufstieg der neuen TSB-Generation live verfolgte.

Heimatverein, Idealismus und neue Impulse

Nach mehreren Jahren bei der HABO Bottwar II und einem ursprünglich geplanten längeren „Sabbatical“ kehrt Czypull nun schneller zurück als gedacht. Die Trainer B-Lizenz, die in der 3. Liga vorausgesetzt wird, hat er längst in der Tasche. Privat lebt der Lehrer des Salier-Gymnasiums Waiblingen seit rund zehn Jahren in Fellbach, renoviert derzeit aber ein Haus in Schwäbisch Gmünd. Gemeinsam mit seiner Familie könnte die Rückkehr in die Heimat bald also auch räumlich komplett werden. Sportlich reizt ihn vor allem die besondere Konstellation beim TSB. „Es ist immer viel Idealismus hier beim TSB“, betont Czypull. „In der 3. Liga treffen wir auf Vereine wie Kornwestheim oder Oppenweiler/Backnang, die strukturell ganz anders aufgestellt sind. Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.“ Gerade deshalb imponiert ihm, was in Gmünd entstanden ist: „Jeder muss persönlich unglaublich viel einbringen, damit es funktioniert.“

„Die Wunschlösung“

Auch der Sportliche Leiter Jürgen Rilli ist überzeugt, dass Czypull perfekt in das neue Trainerteam passt. „Dass wir einen Co-Trainer verpflichten, stand außer Frage“, erklärt Rilli. „Matze passt ideal zu uns und zu Aaron. Es war extrem wichtig, dass Aaron die Person kennt und weiß, wie er tickt.“ Gerade in emotionalen oder stressigen Situationen sei dieses gegenseitige Verständnis entscheidend. Dass beide wissen, wie der andere reagiert, sie Hand in Hand gehen – genau das zeichne ein Trainerteam aus. Rilli bezeichnet Czypull deshalb als „Wunschlösung“ – auch wegen seiner tiefen Verbundenheit zum Verein.
Nach zwei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren mit 49 Siegen aus 60 Spielen wartet auf den Aufsteiger nun eine neue Realität. Rückschläge und schwierige Phasen werden dazugehören – gerade in der 3. Liga. Genau dort könnten Czypulls Erfahrungen besonders wertvoll werden. Nach seiner langen Zeit beim TSB sammelte er bewusst Eindrücke außerhalb seines Heimatvereins. „Das waren brutal wichtige Erfahrungen“, sagt er. „Wenn du deine gesamte Spielerkarriere nur in einem Verein verbringst, hast du dort eine soziale Rolle. Jeder kennt dich, du kennst alle.“ Die erste Trainerstelle außerhalb von Gmünd habe ihm neue Perspektiven eröffnet, er selbst habe ich dabei weiterentwickelt. Nicht zuletzt „ist es wichtig zu sehen, wie andere Vereine arbeiten. Diese Impulse kann man hoffentlich wieder hier einbringen.“

Und genau das soll nun passieren: neue Ideen, neue Perspektiven – aber weiterhin mit derselben Identifikation für den TSB Gmünd.
Ein Ur-TSBler kehrt zurück. Auf der Trainerbank bekommt Aaron Fröhlich zur neuen Saison Unterstützung durch seinen langjährigen Mitspieler Matthias Czypull. Der 38-Jährige bringt erste Erfahrungen, große Verbundenheit und auch die für die Drittklassigkeit notwendige B-Lizenz mit nach Gmünd.

Zwei Jahrzehnte lang, genauer gesagt von Kindesbeinen an, trug "Matze" Czypull das TSB-Dress. Das Erbe, welches der seit diesem Freitag 38 Jahre junge Ex-Rückraumspieler in wenigen Wochen antreten wird, könnte kaum größer sein. Vorgänger Simon Fröhlich hatte in den vergangenen Jahren nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eine enorm wichtige Rolle im Trainerteam eingenommen. Dass dessen Fußstapfen groß sind, war dem neuen Co-Trainer sofort bewusst. „Ich habe ihm genau das geschrieben“, erzählt Czypull lachend über den ersten Austausch mit seinem Vorgänger. „Und er hat mir direkt geschrieben, dass er nur Schuhgröße 43 hat. Ich habe Größe 45. Abgesehen davon hat Simon hier Großes geleistet.“

Taktik, Vertrauen und gemeinsame Sprache

Eins zu eins ausfüllen will – und kann – er diese Rolle ohnehin nicht. „Ich werde es auf gar keinen Fall so machen können wie Simon. Zwillinge kennen sich persönlich ganz anders. Ich kenne Aaron als Mitspieler, das ist auch viel wert.“ Von 2012 bis 2015 stand er mit dem damaligen Spielmacher und jetzigen Cheftrainer gemeinsam auf dem Spielfeld. Die gemeinsame Vergangenheit spielt für Czypull eine entscheidende Rolle. Beide galten schon als Spieler als taktisch denkende Mittelmänner, die das Spiel verstehen und analysieren wollten. „Wir waren handballerisch sehr auf einer Wellenlänge.“ Ab dem Trainingsauftakt Mitte Juni beginnt nun die gemeinsame Arbeit in neuer Konstellation. Für Czypull eine Herausforderung – aber vor allem eine große Chance, da er die steile Entwicklung der vergangenen zwei Jahren als Fan hautnah erlebt hat. „Eine einmalige Chance“ sei es, künftig gemeinsam in der 3. Liga zu coachen: „Dies mit seinem Heimatverein zu machen, da gibt es nichts Besseres.“

Dabei schließt sich für ihn auch emotional ein Kreis. Die Integration dürfte ihm dabei leichtfallen. Mit altgedienten Spielern wie Wolfgang Bächle, Christian Waibel oder Jonas Waldenmaier stand er selbst noch gemeinsam auf dem Feld. Mit Waibel verbindet ihn sogar die komplette Jugendzeit – inzwischen fahren die beiden Familienväter sogar gemeinsam in den Urlaub. „Wenn du 20 Jahre immer in die gleiche Kabine gelaufen bist, finde ich den Weg“, sagt Czypull schmunzelnd. 2014 war er Teil jener Mannschaft, die den Verein erstmals in die Oberliga Baden-Württemberg führte. Zehn Spiele absolvierte er damals selbst in der vierthöchsten Spielklasse. Viele der heutigen Leistungsträger waren damals noch Kinder und jubelten den Aufstiegshelden von der Tribüne aus zu. Vor wenigen Wochen war es dann umgekehrt, als Czypull den Aufstieg der neuen TSB-Generation live verfolgte.

Heimatverein, Idealismus und neue Impulse

Nach mehreren Jahren bei der HABO Bottwar II und einem ursprünglich geplanten längeren „Sabbatical“ kehrt Czypull nun schneller zurück als gedacht. Die Trainer B-Lizenz, die in der 3. Liga vorausgesetzt wird, hat er längst in der Tasche. Privat lebt der Lehrer des Salier-Gymnasiums Waiblingen seit rund zehn Jahren in Fellbach, renoviert derzeit aber ein Haus in Schwäbisch Gmünd. Gemeinsam mit seiner Familie könnte die Rückkehr in die Heimat bald also auch räumlich komplett werden. Sportlich reizt ihn vor allem die besondere Konstellation beim TSB. „Es ist immer viel Idealismus hier beim TSB“, betont Czypull. „In der 3. Liga treffen wir auf Vereine wie Kornwestheim oder Oppenweiler/Backnang, die strukturell ganz anders aufgestellt sind. Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.“ Gerade deshalb imponiert ihm, was in Gmünd entstanden ist: „Jeder muss persönlich unglaublich viel einbringen, damit es funktioniert.“

„Die Wunschlösung“

Auch der Sportliche Leiter Jürgen Rilli ist überzeugt, dass Czypull perfekt in das neue Trainerteam passt. „Dass wir einen Co-Trainer verpflichten, stand außer Frage“, erklärt Rilli. „Matze passt ideal zu uns und zu Aaron. Es war extrem wichtig, dass Aaron die Person kennt und weiß, wie er tickt.“ Gerade in emotionalen oder stressigen Situationen sei dieses gegenseitige Verständnis entscheidend. Dass beide wissen, wie der andere reagiert, sie Hand in Hand gehen – genau das zeichne ein Trainerteam aus. Rilli bezeichnet Czypull deshalb als „Wunschlösung“ – auch wegen seiner tiefen Verbundenheit zum Verein.
Nach zwei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren mit 49 Siegen aus 60 Spielen wartet auf den Aufsteiger nun eine neue Realität. Rückschläge und schwierige Phasen werden dazugehören – gerade in der 3. Liga. Genau dort könnten Czypulls Erfahrungen besonders wertvoll werden. Nach seiner langen Zeit beim TSB sammelte er bewusst Eindrücke außerhalb seines Heimatvereins. „Das waren brutal wichtige Erfahrungen“, sagt er. „Wenn du deine gesamte Spielerkarriere nur in einem Verein verbringst, hast du dort eine soziale Rolle. Jeder kennt dich, du kennst alle.“ Die erste Trainerstelle außerhalb von Gmünd habe ihm neue Perspektiven eröffnet, er selbst habe ich dabei weiterentwickelt. Nicht zuletzt „ist es wichtig zu sehen, wie andere Vereine arbeiten. Diese Impulse kann man hoffentlich wieder hier einbringen.“

Und genau das soll nun passieren: neue Ideen, neue Perspektiven – aber weiterhin mit derselben Identifikation für den TSB Gmünd.

Im Steckbrief: Matthias Czypull

Position: Co-Trainer (früher Rückraum)
Geburtsdatum: 22.05.1988
Größe: 1,86 Meter
Wohnort: Fellbach
Beruf: Lehrer Salier-Gymnasium in Waiblingen
Hobbies: Lesen, Zeit mit dem Sohn, Sport treiben
Sportliches Vorbild: Ivano Balic
Bisherige Vereine: TSB Gmünd (Jugend – 2016), Spielertrainer TSB Gmünd II (2016-19), Trainer HABO Bottwar II (2020-2025)
Größte Erfolge: Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg 2014, Baden-Württembergischer Vizemeister A-Jugend 2007, Württembergischer Meister B-Jugend 2005, Meistertrainer Kreisliga A 2018

(Text und Bilder: Nicolas Schoch)