"Junior Jets" starten als Bezirkszweiter in die HVW-Qualifikation

Die erste Etappe ist geschafft: Die A- und B-Junioren des TSB Gmünd erreichten bei der Platzierungsrunde im Bezirk Stauferland jeweils den zweiten Platz und spielen an den kommenden beiden Wochenende um die Qualifikation zur Württembergliga. Beide Mannschaften offenbarten jedoch viel Steigerungspotenzial für die bevorstehenden Herausforderungen. C- und D-Jugend des TSB mussten derweil erste Rückschläge hinnehmen.
 
A-Jugend – Nervenkrimi erfolgreich bestanden
Das war nichts für schwache Nerven: Obwohl bereits nahezu sicher für die HVW-Qualifikation gesetzt, erlebten die A-Jugendlichen des TSB Gmünd bei der Bezirksendrunde in Wasseralfingen ein Wechselbad der Gefühle. Einer herben Klatsche gegen die SG Hofen/Hüttlingen (13:23) folgten ein Kantersieg gegen den TV Altenstadt (24:9) sowie ein dramatisches Finish gegen die SG Lauterstein/Treffelhausen/Böhmenkirch. Nach dem 15:15-Remis sicherte sich das Team von Trainer Aaron Fröhlich im Siebenmeterwerfen den zweiten Platz im Bezirk.
 
Die Bezirksendrunde begann mit einer herben Enttäuschung. Nichts wurde es mit der erhofften Revanche für die 15:16-Niederlage aus der Vorwoche gegen die SG Hofen/Hüttlingen, stattdessen erlebten die TSBler ein wahres Debakel. Erst nach fünf Minuten gelang Hannes Kauderer der erste Gmünder Treffer – da stand es schon 1:4. Durch die Treffer von Valentin Pick verkürzte die Fröhlich-Sieben kurzzeitig auf 3:5 (9.) und 5:7 (11.), doch bis zur Pause war der Rückstand auf 6:10 (15.) angewachsen. Auch im zweiten Durchgang zeigte kein Gmünder auch nur annähernd Normalform, mit fünf Toren in Folge sorgte Hofen/Hüttlingen beim 7:15 (19.) vorzeitig für klare Verhältnisse. Während die mitgereisten TSB-Anhänger vergeblich auf ein spätes Aufbäumen hofften, zogen die Hausherren bis auf 11:23 (29.) davon. Dass Valentin Pick und Aaron Wild noch zum 13:23-Endstand trafen, änderte nichts daran, dass sich die Gmünder weit unter Wert verkauft und zugleich die letzte Chance auf den Gruppensieg verspielt hatten. Es war ein desaströser Auftritt, über den im Training sicherlich noch zu reden sein wird.
 
Doch immerhin zeigten die TSB-Youngster die richtige Reaktion. Nach eineinhalb Stunden Spielpause trafen die Gmünder auf den TV Altenstadt, hatten mit diesem Gegner aber nur wenig Mühe. Angeführt vom achtfachen Torschützen Patrick Watzl war bereits nach einer Viertelstunde ein Zehn Tore-Vorsprung erzielt. Letztlich stand ein ungefährdeter 24:9-Sieg auf der Anzeigetafel. Die Wiedergutmachung war zumindest vorerst gelungen, der Einzug in die HVW-Qualifikation endgültig besiegelt.
 
Das darauffolgende Derby zwischen dem TSB und der SG Lauterstein/Treffelhausen/Böhmenkirch geriet zum spannungsgeladenen Entscheidungsspiel um den zweiten Rang innerhalb des Bezirks Stauferland. Die beiden letztjährigen B-Jugend-Württembergliga-Rivalen lieferten sich einen munteren Schlagabtausch, in dem sich keine Mannschaft absetzen konnte. Beim 8:6 (13.) hatte die SG LTB den Vorteil auf ihrer Seite, doch nach dem Seitenwechsel drehten die Gmünder den Spielstand auf 10:11 (22.) und 12:13 (26.). In den Schlussminuten legte erneut Lauterstein vor, doch Watzl und Pick erzielten jeweils den Ausgleich. 15:15-Unentschieden stand es nach 30 heiß umkämpften Minuten und so musste das Siebenmeterwerfen Klarheit schaffen. Ein Hin und Her mit insgesamt 22 Würfen setzte dem Derby-Drama das Sahnehäubchen auf: TSB-Spielmacher Tom Abt vergab den ersten Wurf und da die SG dreimal traf, stand das Fröhlich-Team unter Zugzwang. Tormann Julian Sacher bewahrte sein Team mit einer Parade gegen Niklas Nagel vor der Niederlage. Daraufhin behielten die vier TSB-Schützen – Abt, Watzl, Schmutzert, Kiesel sowie Valentin Pick – ebenso die Nerven wie auch der Kontrahent aus Lauterstein. 8:8 lautete der Zwischenstand nach jeweils neun Versuchen. Valentin Pick wäre mit dem zweiten Gmünder Fehlwurf beinahe zum tragischen Helden geworden, doch Rückhalt Sascha Grützmacher brachte daraufhin sowohl Nagel als auch Luca Helfrich zur Verzweiflung. Schließlich beendete Watzl das zehnminütige Nervenspiel mit dem entscheidenden Wurf zum Gmünder Sieg.
 
Die SG Hofen/Hüttlingen, die SG LTB und eben der TSB haben nun weiterhin die Chance, sich für die Württemberg-Oberliga zu qualifizieren. Als Zweitplatzierter des Bezirks Stauferland darf der TSB in den kommenden Wochen auf vermeintlich einfachere Gegner und ein Qualifikationsturnier in eigener Halle hoffen. Ein zweites Turnier wäre aber durchaus zu vermeiden, denn bereits am kommenden Sonntag (19.Mai) bietet sich der Mannschaft von Trainer Aaron Fröhlich die Chance, vorzeitig Nägel mit Köpfen zu machen: In der Markweghalle in Herrenberg treffen die Gmünder auf den TV Gerhausen (13:45 Uhr), Drittplatzierter aus dem Bezirk Bodensee-Donau, die HSG Albstadt (15:20 Uhr), Zweiter des Bezirks Neckar-Zollern, und zum Abschluss auf die SG H2Ku Herrenberg (16:10 Uhr). Der Gastgeber dominierte mit sieben Siegen aus sieben Qualifikationsspielen den Bezirk Achalm-Nagold und dürfte auf dem Papier der härteste Rivale sein. Die Erst- und Zweitplatzierten der Gruppe sind sicher für die Württemberg-Oberliga qualifiziert, die Drittplatzierten müssen auf eine weitere Qualifikation hoffen, die dann im Juni stattfindet. Das Ziel der TSBler ist ganz klar die direkte Qualifikation, dafür wird allerdings eine klare Leistungssteigerung nötig sein.
 
TSB: Julian Sacher, Dennis Slonek, Sascha Grützmacher – Patrick Watzl (14 Tore in 3 Spielen), Valentin Pick (10), Hannes Kauderer (7), Jonas Schmutzert (6), Tom Abt (6/2), Aaron Wild (4), Vincent Pick (2), Florian Krazer (2), Can Oktay (1), Kai Kiesel
 
B-Jugend – Pflicht erfüllt, Revanche gegen Heiningen verpasst
Als Zweitplatzierter im Bezirk Stauferland sind auch die B-Junioren des TSB Gmünd ungefährdet in die HVW-Qualifikation eingezogen. Bei der Platzierungsrunde setzte sich das Team von Trainer Philipp Schwenk gegen die SG Herbrechtingen-Bolheim (23:12) sowie den TV Altenstadt (18:16) durch, musste sich aber wie bereits eine Woche zuvor dem starken TSV Heiningen (10:21) geschlagen geben.
 
Beim Gastspiel in der Geislinger Michelberghalle konnte die Schwenk-Sieben gleich zu Beginn die letzten Zweifel am Sprung in die württembergische Qualifikationsrunde ausräumen. Im Duell mit der SG Herbrechtingen-Bolheim waren die Gmünder von Beginn an tonangebend und lagen bereits nach zehn Minuten mit 8:1 in Front, zur Pause stand es 12:4. Angeführt von den fünffachen Torschützen Jonas Schwenk, Jonathan Leichs sowie Deniz Bönsel wurde das Polster auch nach Wiederanpfiff kontinuierlich ausgebaut. Hier war ein Klassenunterschied zu erkennen. Benedikt Ocker erzielte den 23.Gmünder Treffer innerhalb einer halben Stunde Spielzeit, ehe Herbrechtingen mit zwei Treffern in der Schlussminute noch ein wenig Ergebniskosmetik hin zum 23:12-Endstand gelang.
 
Nach dem leichten Auftakt ging es für den TSB ohne Verschnaufpause weiter, doch mit dem TV Altenstadt wartete ein weitaus schlagkräftiger Gegner. Die Qualitäten der Hausherren bekamen die Gmünder vor allem im ersten Durchgang zu spüren. Nach dem ersten TSB-Treffer durch Simeon Kratochwille drehte der TVA auf und den Spielstand auf 2:5 (8.) um. Zwei Minuten vor der Pause wuchs der Rückstand sogar auf vier Tore an, doch Leichs und Louis Waldraff hielten ihre Mannen im Rennen. Beim 7:9 wurden die Seiten gewechselt, anschließend steigerten sich die Gmünder in allen Belangen. Die Zuschauer sahen nun einen Handballkampf auf Augenhöhe, Bönsel sorgte beim 10:10 (19.) erstmals wieder für den Gleichstand. Die TSBler wussten nun insbesondere in der Defensive zu überzeugen und konnten zugleich auf ihren starken Rückhalt Frederik Füchtner verlassen. Auf der Gegenseite erzwangen Bönsel, Pleißner und Waldraff mit drei Toren in Folge die erste Gmünder Führung – 14:12 (23.). Mit einem parierten Strafwurf hielt Füchtner den Zwei Tore-Abstand aufrecht und als Arian Pleißner kurz vor Ende das 18:14 (28.) markierte, war die Entscheidung gefallen. Die letzten beiden Altenstädter Trefferwaren nur noch für die Statistik, mit dem hart erkämpften 18:16-Erfolg sicherte sich der TSB den zweiten Rang im Bezirk.
 
Im abschließenden Kräftemessen mit dem TSV Heiningen ging es für beide Teams, die ebenso wie Altenstadt in der HVW-Qualifikation starten dürfen, nur noch um den Gruppensieg. Die Gmünder wollten sich für die eine Woche zuvor in eigener Halle erlittene 13:19-Schlappe revanchieren, schafften es aber nur in der Anfangsphase, dem Favoriten Paroli zu bieten – sicherlich auch deshalb, weil nach den vorherigen kräftezehrenden Partien die nötige Frische fehlte. Nach einem Doppelschlag von Pleißner stand es 2:2 (4.), ehe Heiningen mit einem 5:0-Lauf davonzog. Im weiteren Spielverlauf blieben die Gmünder zwischenzeitlich für zwölf Minuten ohne eigenen Torerfolg und so war die Niederlage beim Stand von 3:15 (21.) besiegelt. Das Aufbäumen in der Schlussphase kam zu spät, mit 10:21 musste sich das Schwenk-Team dem TSV erneut deutlich geschlagen geben.
 
Das Wichtigste aber hatten die TSB-Youngster längst erreicht: Zumindest die Bezirksliga ist gesichert, zugleich lebt weiterhin die Hoffnung, sich für die Württembergliga zu qualifizieren. Am Samstag, 25.Mai steht die erste HVW-Qualifikationsrunde auf dem Programm – Gegner und Austragungsort sind noch offen. Sicher ist nur der Modus: Es wird eine Fünfergruppe geben, aus der sich die Erst- und Zweitplatzierten direkt für die Württembergliga qualifizieren werden.
 
TSB: Frederik Füchtner, Niklas Schmid – Arian Pleißner (14/1), Deniz Bönsel (10/1), Jonas Schwenk (9/1), Jonathan Leichs (7), Louis Waldraff (5), Simeon Kratochwille (5), Benedikt Ocker (1), Niklas Reichenauer, Sebastian Scheuermann,
 
C-Jugend – Jetzt geht’s um die Bezirksliga
 Von der ersten Qualifikationsrunde waren die C-Junioren des TSB Gmünd mit dem ernüchternden Ergebnis von drei, teils deutlichen Niederlagen zurückgekehrt. Mit neuem Mut peilt die Mannschaft von Trainer Hermann Stegmaier nun die Bezirksliga an, muss dazu aber einige harte Brocken bewältigen.
 
Gegen die HSG Oberkochen/Königsbronn (8:15), die SG Lauterstein/Treffelhausen/Böhmenkirch (10:14) sowie den unangefochtenen Gruppensieger Frisch Auf Göppingen (2:25) waren die TSBler beim ersten Bezirksturnier Anfang April schlichtweg chancenlos. Es blieb die Feststellung, dass das neuformierte Team bei weitem noch nicht reif genug war für den Sprung auf die HVW-Ebene – sicherlich auch deshalb, weil man zu einem großen Teil mit Spielern des jüngeren Jahrgangs an den Start geht.
 
Nach fünf weiteren Wochen intensiver Vorbereitung steht der Stegmaier-Truppe am kommenden Samstag (18.Mai) der nächste Härtetest bevor. Beim zweiten Bezirksturnier in der Wentalhalle Steinheim/Albuch treffen die Gmünder auf die JSG Brenztal (13:40 Uhr), Gastgeber TV Steinheim (14:25 Uhr) und erneut auf die HSG Oberkochen/Königsbronn (15:50 Uhr). Der Gruppensieger ist direkt für die Bezirksliga qualifiziert und der Zweite spielt eine weitere Qualifikationsrunde, während die Dritt- und Viertplatzierten je nach freien Plätzen in die Bezirksklasse bzw. Kreisliga eingeteilt werden. Mindestens zwei Siege benötigen die TSB-Youngster beim Turnier in Steinheim, um weiterhin auf die Qualifikation zur höchsten Liga im Bezirk Stauferland hoffen zu dürfen.
 
TSB-Kader: Lucas Schmutzert, Timothy Friedel – Efan Illi, Fabian Beuther, Florian Kruspel, Niklas Levin Retzler, Felix Vatheuer, Ulrich Baumhauer, Lukas Westenburger, Maximilian-Luca Sachs, Finn Hinderberger, Sebastian Vlasin
 
D-Jugend – Ein erster Rückschlag
Die D-Junioren des TSB Gmünd haben den Sprung in die Bezirksliga verpasst und werden voraussichtlich auch in der neuen Saison in der Bezirksklasse, der zweithöchsten Spielklasse, antreten. Bei der ersten Qualifikationsrunde in der Bettringer Uhlandhalle musste sich das Team von Trainer Lukas Waldenmaier der SG Bargau/Bettringen (4:18) sowie der SG Herbrechtingen-Bolheim (7:10) geschlagen geben.
 
Im Auftaktmatch gegen die Gastgeber erwischten die TSB-Youngster zwar einen guten Start und führten nach vier Minuten mit 2:1, anschließend dominierte jedoch die SG2B. Beim 3:3 (6.) sorgte Jakob Westenburger letztmals für den Gleichstand, bis zur Halbzeitpause gerieten die Gmünder dann mit 3:11 deutlich ins Hintertreffen. In der Offensive wollte der Waldenmaier-Sieben nichts mehr gelingen, vielmehr bestrafte Bargau/Bettringen jeden einzelnen Fehler eiskalt und kam so zu einfachen Toren. Die Folge: Ein sensationell anmutender 14:0 Tore-Lauf. Dass Tim Pfisterer nach 16-minütiger Durststrecke (in nur 25 Minuten Spielzeit) noch der 4:18-Ehrentreffer gelang, blieb Makulatur – die TSBler hatten in dieser Begegnung deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen.
 
Auch im Duell mit der SG Herbrechtingen-Bolheim war das Waldenmaier-Team keinesfalls so stark unterlegen, wie es das Ergebnis aussagt. Obwohl die jungen Gmünder von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen mussten, hielten sie kämpferisch und mit einer guten Defensive dagegen. Stets lag der TSB auf Tuchfühlung, verpasste es aber, den Ausgleich zu erzielen. Bis zum 6:5 (15.) stand das Spiel auf Messers Schneide. Doch während Herbrechtingen anschließend mit drei Toren in Folge für die Entscheidung sorgte, ließen die Gmünder die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Trotz engagierter Leistung, aber aufgrund der zu schwachen Angriffsleistung auch verdient, unterlag man mit 7:10.
 
TSB: Elias Bönsel – Jakob Westenburger (4 Tore in 2 Spielen), Raphael Schnaufer (2), Felix Bauer (2/1), Tim Pfisterer (1), Dennis Bruch (1), Eronik Haklaj (1), Joschua Wild, Niko Hieber, Mehmet Furkan Tekir, Max Wollmann, Judith Vatheuer
 
(Nico Schoch)