Personalnot und Torflaute halten an: TSB 2 setzt Tiefflug fort

Der TSB Gmünd 2 sucht weiterhin nach seiner Form und seiner Treffsicherheit. Das bedeutsame Kellerduell gegen Mitaufsteiger TSV Süßen ging in heimischer Halle am Ende deutlich mit 17:24 (7:10) verloren. Nach der dritten Niederlage in Folge bleibt das Team der beiden Spielertrainer Simon Frey und Matthias Czypull weiterhin Schlusslicht der Bezirksklasse Stauferland.


Während Süßen in Bestbesetzung und mit voll besetzter Ersatzbank angereist war, fehlten dem TSB 2 erneut mehrere Stammkräfte aufgrund beruflicher oder privater Verpflichtungen. Dass der verbliebene Elf-Mann-Kader diese Ausfälle einmal mehr nicht zu kompensieren wusste, war aus Trainersicht mit ausschlaggebend. "Wir brauchen jeden Mann und können in dieser Liga nur bestehen, wenn wir komplett sind", meinte Matthias Czypull, der in der Personalnot auch einen gewichtigen Grund für die anhaltende Offensivschwäche sieht: "Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber wir haben im Rückraum niemanden, der das Niveau über 60 Minuten hoch hält." Sinnbildlich dafür, dass sich der gelernte Kreisläufer Simon Frey als Spielmacher auf der Mitteposition in den Dienst der Mannschaft stellte. Die Gmünder taten sich gegen eine aggressive gegnerische Abwehr erneut schwer, aus dem stehenden Angriff heraus gelang fast gar nichts. In der Anfangsphase waren lediglich Rechtsaußen Belmin Nadarevic sowie Spielertrainer Frey per verwandeltem Strafwurf erfolgreich, auf der Gegenseite bescherte Torjäger Lukas Dürner seinem TSV quasi im Alleingang eine 2:5-Führung. Beim Stand von 4:8 nach 20 Minuten sahen sich die Hausherren daher erstmals zu einer Auszeit gezwungen. Daraufhin blieben die Gmünder zwar neun Minuten lang ohne Gegentreffer und verkürzten, bekamen Dürner nicht unter Kontrolle, der den Vier Tore-Abstand wieder herstellte. Mit der Pausensirene markierte Frey das 7:10.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Mit einer soliden Abwehrleistung einschließlich der Paraden von Tormann Sascha Grützmacher stellte der TSB die Süßener vor ernsthafte Herausforderungen, in der Offensive hingegen agierte man hektisch und fehlerhaft. Dennoch keimte nach 42 Minuten noch einmal Hoffnung auf: Max Eichler sowie Czypull brachten die Gmünder mit ihren wichtigen Rückraumtoren auf 12:14 heran und Frey bot sich per Siebenmeter die Chance, den Anschlusstreffer zu markieren. Doch der meist zuverlässige Routinier scheiterte am Keeper der Gäste, welche dann wiederum für klare Verhältnisse sorgten. Während die vom siebenfachen Torschützen Lukas Dürner angeführten Gäste den Spielstand mit einem 5:0-Lauf in die Höhe schraubten, blieb der TSB im Torabschluss zu überhastet. Als dann auch noch Belmin Nadarevic nach einem Zusammenprall angeschlagen vom Feld musste, ging gar nichts mehr – dass der junge Bosnier mit vier Toren treffsicherster Gmünder war, spricht Bände Beim 12:19 (49.) war die Begegnung vorzeitig entschieden, den Gastgebern fehlten Kraft und Glaube für eine weitere Aufholjagd. "Wir sind zwar bemüht und kämpfen uns immer wieder zurück, doch dann fehlt uns die nötige Ruhe, die wir mit mehr Wechselmöglichkeiten hätten", so Czypull, der zugleich bemängelte: "Wir sind im Kopf nicht frisch genug und können die Rückschläge nicht so einfach wegstecken." In der Schlussphase verhinderte Grützmacher mit einigen Glanztaten sogar nach Schlimmeres, per Konter erzielte Samuel Glaser den 17:24-Endstand.Nach der unerwartet deutlichen Pleite gegen einen direkten Konkurrenten spitzt sich die Lage für den TSB Gmünd 2 weiter zu. Matthias Czypull fand nach Spielende deutliche Worte: Jeder Einzelne muss sich hinterfragen, ob er sich in dieser Situation hundertprozentig reinhängt. Es war von unserer Seite nicht genug und Süßen hat dieses wichtige Spiel verdient gewonnen, weil sie auf fast jeder Position besser agiert haben."

Nach dem erneuten Rückschlag steigt der Druck auf den Tabellenletzten, für den das rettende Ufer aber weiterhin in Reichweite liegt. "Wenn du die Klasse halten willst, musst du alle deine Heimspiele gewinnen – diese Punkte müssen wir nun auswärts zurückholen", so Czypull. Bei der HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf 2 erwartet die Gmünder am Sonntag (17 Uhr / Kaiserberghalle Wißgoldingen) die nächste harte Aufgabe, chancenlos sieht der Spielertrainer seine Truppe gegen den Zweitplatzierten aber keinesfalls: "Ich habe in dieser Liga bislang keinen Gegner gesehen, die vom Potenzial her stärker ist als wir. Das Niveau ist in etwa gleich, was auch an den Ergebnissen zu sehen ist. Jeder schlägt jeden." Der TSB 2 hätte einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf dringend nötig, muss dazu aber vor allem endlich wieder mehr Torgefahr erzeugen. Wohlgemerkt gelangen in vier von bislang sechs Saisonspielen weniger als 20 eigenen Treffer – das reicht nicht, um zu punkten, weiß auch Czypull: "Unsere Problemzone ist ganz klar der Angriff. Die Abwehr macht uns Hoffnung, denn dort treten wir als Mannschaft auf, was wir offensiv noch nicht schafffen." Eine weitere Hoffnung sollte erfüllt werden, um in die Erfolgsspur zurück zu gelangen: "Wir müssen endlich wieder komplett sein und mehr Struktur in unser Spiel bekommen, um die Klasse zu halten", so Czypull.

TSB 2: Sascha Grützmacher – Belmin Nadarevic (4), Simon Frey (4/2), Samuel Glaser (3), Max Eichler (3/1), Matthias Czypull (2), Alexander Kaußler (1), Victor Geiger, Michael Deusch, Florian Kaller, Daniel Derer
TSV:
Michael Ocker, Johannes Schlaudraff – Lukas Dürner (7), Andre Grupp (6/3), Cornelius Rieger (4), Jann Lubberhuizen (3), Dominik Dürner (2), Sebastian Brucker (1), Steffen Kolb (1), Steffen Schäfer, Björn Lubberhuizen, Thomas Ludmann, Alexander Reik, Felix Möbus
Siebenmeter: TSB 4/3 – TSV 5/3
Zeitstrafen: TSB 8 Minuten – TSV 8 Minuten
Schiedsrichter: Steffen Dannenmann, Timo Hommel (TSG Eislingen)
Zuschauer: 50

(Text und Bilder: Nico Schoch)