"Bestes Saisonspiel" und Aufholjagd ohne Lohn

Der TSB Gmünd 2 ziert nach der knappen 23:24 (10:15) – Niederlage bei der zweitplatzierten HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf 2 weiterhin das Tabellenende in der Bezirksklasse Stauferland. In einem kampfbetonten und intensiven Derby der beiden Württembergliga-Reserven war der TSB zwar ebenbürtig und holte sogar einen Sechs Tore-Rückstand auf, ging letztlich aber dennoch zum dritten Mal in Folge leer aus.


"Das war unser bislang bestes Saisonspiel", so fasste TSB-Spielertrainer Matthias Czypull seine gemischten Gefühle nach dem neuerlichen Rückschlag im Abstiegskampf zusammen. Eine Woche nach der herben 17:24-Heimpleite gegen Mitaufsteiger Süßen präsentierten sich die Gmünder in allen Mannschaftsteilen stark verbessert und hätten einen Punktgewinn verdient gehabt. Und das obwohl der erste Durchgang in der Wißgoldinger Kaiserberghalle aus Gästesicht alles andere als nach Wunsch verlief. Die Defensive verrichtete ihre Arbeit wie bereits in den vergangenen Wochen mehr als ordentlich, dennoch gerieten die TSBler gegen kaltschnäuzige Hausherren frühzeitig ins Hintertreffen. Zwar gelang es der HSG erst nach viereinhalb Minuten erstmals, den Gmünder Abwehrriegel zu durchbrechen. Doch während die Gäste zahlreiche Torchancen und bereits in der Anfangsphase zwei Strafwürfe vergaben, erspielte sich die HSG nach einer Viertelstunde bereits einen Fünf Tore-Vorsprung In einer Abwehrschlacht mit insgesamt 15 Siebenmetern sowie acht Hinausstellungen schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Der TSB schaffte es vor der Pause nicht, entscheidend zu verkürzen und so lagen die Gastgeber keinesfalls unverdient mit 15:10 in Front.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Das Derby blieb heiß umkämpft, doch näher als auf 18:15 (39.) kamen die Gmünder zunächst nicht heran. Beim 21:16 (43.) und 23:19 (51.) verfügte die HSG zwar noch über ein vermeintlich sicheres Polster, dann zahlte sich die Geduld des TSB aus. Auch durch die aufgrund harter Fouls vertretbaren Roten Karten gegen die Abwehrspezialisten Michael Deusch und Daniel Derer ließen sich die Gäste nicht unterkriegen und witterten ihre Chance. Matthias Czypull sowie Robert Heer sorgten mit ihren Torerfolgen dafür, dass der TSB fünf Minuten vor dem Ende erstmals wieder in Schlagdistanz lag. Die Schlussphase war an Dramatik nicht zu überbieten, beide Seiten überzeugten mit ihrem kompromisslosen Auftreten in der Defensive und ärgerten sich zugleich über ihre vergebenen Tormöglichkeiten. Die Gmünder meisterten auch die Unterzahlsituationen, Czypull markierte per verwandeltem Strafwurf den Anschlusstreffer. Nur eine Minute darauf trat der Spielertrainer, der nach den beiden Fehlwürfen zu Spielbeginn die Verantwortung übernommen hatte, ein achtes Mal an die Siebenmeterlinie – vergab jedoch erstmals anstatt auszugleichen. Im direkten Gegenzog bot sich Lasse Roesler ebenfalls aus sieben Metern die Möglichkeit zur Vorentscheidung, er scheiterte allerdings an TSB-Tormann Sascha Grützmacher. Infolge einer Auszeit und einem schön vorgetragenen Spielzug gelang Tobias Kößer 96 Sekunden vor Spielende der Ausgleich. Der TSB hatte das Momentum tatsächlich auf seine Seite gezogen, dann aber musste sich Grützmacher erstmals nach neun Minuten wieder geschlagen geben, als Sebastian Barth zum 24:23 abgezogen hatte. In der letzten Spielminute befanden sich die Gmünder im Ballbesitz, doch der Angriff lief ins Leere und so rettete die HSG ihren Heimerfolg nach langem Zittern letztlich glücklich über die Ziellinie.

Die Enttäuschung auf Gmünder Seite war entsprechend groß, doch trotz der dritten Niederlage in Folge lobte der Czypull die starke Teamleistung, die Hoffnung für die kommenden Aufgaben macht. "Jeden anderen Gegner bisher hätten wir mit dieser Leistung geschlagen", resümierte der Spielertrainer, der aber auch die Stärke des Gegners anerkennen musste, der nicht zu Unrecht auf Rang zwei steht. "Wenn wir dieses Niveau halten sollten, werden wir auch wieder gewinnen", ist Czypull überzeugt. Ein Erfolgserlebnis hat der Tabellenletzte auch wirklich dringend nötig. Mit sieben von 22 Saisonspielen ist bereits knapp ein Drittel der Saison absolviert. Der TSB 2 steht mit erst zwei Punkten auf der Habenseite ernsthaft unter Zugzwang, hat aber unter Beweis gestellt, sich in dieser sehr ausgeglichenen Bezirksklasse vor keinem Konkurrenten verstecken zu müssen. Unterm Strich gilt aber bekanntlich nur der zählbare Erfolg und um das rettende Ufer nicht aus den Augen zu verlieren, sollten den Gmünder am kommenden Samstag endlich der zweite Saisonsieg gelingen. Zu Gast in der Großen Sporthalle (Anwurf: 17:30 Uhr) ist der achtplatzierte TV Steinheim/Albuch 2, welcher nach zuletzt drei sieglosen Partien ebenfalls nichts zu verschenken hat.

HSG 2: Marius Baur – Lasse Roesler (6/4), Thomas Dangelmaier (3), Christian Schmid (3), Sven Mader (2), Sebastian Barth (2), Teo Mangold-Riedling (2), Timo Schmid (1), Patrick Knab (1), Matthias Menzel (1), Timo Dangelmaier (1), Daniel Glöckler (1), Paul Kässer (1), Florian Lehrmann
TSB 2: Sascha Grützmacher – Matthias Czypull (10/7), Tobias Kößer (3), Samuel Glaser (3), Benjamin Göth (2), Robert Heer (2), Alexander Kaußler (1), Florian Kaller (1), Max Eichler (1), Daniel Derer, Moritz Kienzle, Michael Deusch
Siebenmeter: HSG 5/4 – TSB 10/7
Zeitstrafen: HSG 6 Minuten – TSB 10 Minuten
Rote Karten: Michael Deusch (TSB/51.), Danuel Derer (TSB/55./beide grobes Foulspiel)
Schiedsrichter: Andreas Röhler (SG Bettringen)
Zuschauer: 80

(Nico Schoch)