Das ausgerufene Endspiel endet in einem stillen Desaster. Mit 31:40 (13:19) ist der TSB Gmünd II dem direkten Konkurrenten HSG Ermstal hoffnungslos unterlegen und braucht für den Landesliga-Klassenerhalt nun schon ein kleines Wunder.

Die Hoffnung, die der TSB aus dem erlösenden 39:35-Heimerfolg über Hirsau/Calw/Bad Liebenzell geschöpft hat, ist schnell wieder der Tristesse gewichen. Da die Konkurrenz zuvor schon gepunktet hatte, war der Druck ohnehin schon gewachsen – dem konnten das weiterhin nur dünn besetzte Perspektivteam nicht standhalten. „So wie man trainiert, so spielt man auch“, musste Trainer Sebastian Adam ernüchtert feststellen. Denn die personellen Ausfälle wiegen nicht bloß spielerisch schwer: „Uns fehlt uns ein emotionaler Leader, das hat sich schon abgezeichnet. Das Feuer und die Leidenschaft, die in so einem Endspiel gefordert sind, waren nicht da.“
Die Gäste aus Bad Urach waren dem TSB in allen Belangen überlegen: Kämpferisch, läuferisch und auch in der Stimmung. Während Ermstal mit einer breiten Brust sofort vorlegte, ließen sich die Gmünder frühzeitig den Schneid abkaufen. Nur weil Louis Waldraff anfangs zuverlässig traf, blieb der TSB mit 2:3 (5.) und 4:5 (9.) dran. Es folgten sieben torlose Minuten, nur noch selten gelangen erfolgreiche Gegenstöße wie zum 6:10 (20.) oder eine gute Einzelaktion von Dominic Boland zum 11:15 (26.). Auch ein Torwartwechsel half nicht, weil sich die Jets selbst völlig frei schlimme Fehlwürfe erlaubten. „Wenn wir mit voller Überzeugung gespielt und abgeschlossen haben, dann war der Ball auch drin“, meinte Adam. Doch diese Überzeugung fehlte seinen Mannen zu oft, Gästekeeper Leo Maginski nahm ihnen in der ersten Halbzeit fast jeden zweiten Wurf ab.
Bis zum 12:19 (30.) ließ sich der TSB klassisch auskontern und musste zu Beginn der zweiten Hälfte auch noch eine doppelte Unterzahl überstehen. Immerhin wuchs der Rückstand nicht weiter an, doch ein wirkliches Aufbäumen blieb aus. „Generell haben wir die Emotionen und auch den letzten Glauben vermissen lassen“, kritisierte der Trainer: „Wir haben Vieles zu einfach hingenommen.“ Die Wurfquote wurde zwar besser und der TSB zwang Ermstal zu sehr langen Angriffen, doch das reichte nicht. Vom 21:29 (44.) tasteten sich die Gmünder durch ihre Aktivposten Boland und Waldraff auf 26:31 (53.) heran. Zum Ende hin aber wurde der TSB völlig überrannt, weil die Gäste nicht locker ließen. Mit der Schlusssirene kassierte der TSB zum bereits vierten Mal in dieser Saison blamable 40 Gegentore.
Die 31:40-Pleite ist ohnehin ein wohl vorentscheidender Tiefschlag: Das Perspektivteam ist wieder auf den vorletzten Rang abgerutscht, hat zwei Zähler Rückstand ans rettende Ufer und außerdem die direkten Duelle verloren. Nichtsdestotrotz setzt Sebastian Adam alles daran, sein Team noch einmal aufzurichten: „Acht Punkte sind zu vergeben. Je mehr wir holen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir es doch noch schaffen.“ Das erste von vier Auswärtsspielen wartet am kommenden Samstag (19:30 Uhr) in der harzfreien Raichberghalle beim Tabellendritten HSG Ebersbach/Bünzwangen. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.
TSB II: Giovanni Gentile, Julian Sacher – Louis Waldraff (11/5), Dominic Boland (6), Florian Krazer (4), Jonathan Leichs (4), Manuel Menz (2), Kai Jaros (2), Sebastian Wittek (1), Jonas Schmutzert (1), Vincent Pick, Can Oktay, Lasse Bladeck, Jochen Leitner
(Nicolas Schoch)